Videos in sozialen Netzwerken sagen aktuell mehr als tausend Worte. Neben dem Unterhaltungsfaktor informieren sich Nutzer via Video-Content über aktuelle Geschehnisse, beziehen Neuigkeiten zu Unternehmen und Produkten sowie auch Inspirationen für ihr eigenes Leben. Kaum ein Unternehmen kommt daran vorbei sich nicht mit den Entwicklungen des Bewegtbildes zu beschäftigen und kann sich heute noch einen Online-Auftritt ohne Bewegtbild leisten. Videos zahlen direkt auf Markenbildung und Image ein. Laut einer Studie von Social Bakers haben auf Facebook Video-Beiträge eine um 135 Prozent größere Reichweite als Fotos. Für Unternehmen bietet das viele Möglichkeiten sich zu positionieren, neue Services und Produkte vorzustellen oder ihre Marke zu stärken.

„Video erlebt derzeit die größte Renaissance seit Jahrzehnten. Bewegtbild-Content in Verknüpfung mit sozialen Medien wie Facebook, Snapchat oder Instagram ist auch aus der journalistischen Berichterstattung inzwischen nicht mehr wegzudenken. Erfolgreiche Nachrichtenangebote aus den USA zeigen insbesondere im Umgang mit jungen Zielgruppen, dass im redaktionellen Video-Angebot derzeit viel Potenzial steckt und immer mehr Medien die Möglichkeiten des digitalen Storytellings nutzen, etwa in Form von Live-Streaming oder Explainer-Videos.“ sagt Prof. Dr. Stephan Weichert, Wissenschaftlicher Studiengangsleiter Digital Journalism, Hamburg Media School. Er und sein Team haben sich in den letzten Jahren intensiv mit den Entwicklungen im Netz beschäftigt.

Social Video ist also genauso bedeutend für den journalistischen und redaktionellen Bereich geworden. Es wird auch hier immer stärker eingesetzt. Vor allem Radiosender machen sich diese Möglichkeit zu Nutze um ihre Hörer und User noch mehr an sich zu binden.

Doch was ist nun ein gutes Social Video?

Bis vor kurzer Zeit mussten Videos dieser Art humorvoll und witzig sein. Nur so erreichten sie eine hohe Klickzahl und Verbreitung. Mittlerweile hat sich das geändert. Es kommt vor allem auf die Authentizität und die Machart an. Wir als Zuschauer möchten das Gefühl haben, wir bekommen Neuigkeiten und einen Mehrwert mitgeteilt und sind nicht nur Werbeempfänger. Wir möchten nach wie vor unterhalten werden, dabei aber auch etwas Neues lernen und schnell informiert werden.

Filme haben den großen Vorteil, dass sie direkter, schneller und authentischer sind als ein Text. Sie bleiben eher in den Köpfen als das geschriebene Wort. Sie können komplexe Zusammenhänge einfach wiedergeben und müssen dabei nicht mit Textzeichen unser Gegenüber überfluten. Ein neues Produkt in etwa 100 Zeichen ausreichend zu erklären ist schwierig. In einem 2 Minuten langen Video (viel länger sollte es auf den verschiedenen Kanälen nicht sein) kann dagegen eher klappen. Zudem kann man über eine Art Moderator(in) oder wiederkehrende Figur in seinen Videos eine Bindung zum Zuschauer herstellen. Nach dem Motto: Wenn der das sagt, kann ich das glauben oder dann muss ich das mal ausprobieren.

Um Video-Content auf Facebook, Twitter und/oder YouTube passend einzusetzen, kommt es vor allem darauf an, sich die Eigenschaften und Besonderheiten der einzelnen Plattformen nahe zu führen und die Video-Inhalte entsprechend auf die jeweilige Zielgruppe zu zuschneiden.

Das heißt, es sollte nicht einfach wild Content produziert und online gestellt werden. Die richtige Strategie ist entscheidend und mittlerweile auch die Qualität der Bilder und Aussagen. Dabei können folgende Fragen wichtig sein:

  1. Wer ist überhaupt meine Zielgruppe?
  2. Auf welchen Kanälen finde ich diese?
  3. Was schaut die Zielgruppe sonst und womit wird sich beschäftigt?
  4. Wie ist das Sehverhalten und wie lang darf ein Film sein?
  5. Welche Filme wurden warum geteilt?
  6. Wie war deren Machart?

Ein gutes Video erzählt eine Geschichte und hat einen roten Faden. Es vergisst seinen Zuschauer nicht in der Ansprache, es ist emotional und vor allem: Der Anfang stimmt. Denn nur, wenn man es schafft, dass die Aufmerksamkeit über 30 Sekunden anhält, kann man Inhalte wirklich transportieren und den Zuschauer halten.

Am Ende steht noch die Frage der Verbreitung. Hierfür muss man verstehen, was die einzelnen Plattformen unterscheidet, wie man sie geschickt miteinander verbindet und bestmöglichen Traffic erzeugt. „Content is king, seeding is queen und die hat die Hosen an.“ (Andreas Groke, Geschäftsführer Videobeat Networks GmbH und Dozent Social Video Academy, Hamburg Media School). Ein Social Video ist erst dann ein Social Video, wenn es gefunden, gesehen und geteilt wird. Facebook ist dabei eher die Plattform für persönliche Geschichten, Twitter für Kurzvideos mit Marketingwirkung und Youtube für ausführliche Videos mit Handlungsanweisungen oder Hintergrundinformationen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, Bewegtbilder werden sich in allen Bereichen durchsetzen und nicht nur Journalisten, Marketingexperten, sondern auch Mitarbeiter in PR- und Kommunikation- sowie Personalabteilungen werden sich zukünftig immer mehr mit diesem Thema beschäftigen müssen um wettbewerbsfähig und auffindbar zu bleiben. Es ist also Zeit sich zu trauen mit Bewegtbild zu experimentieren und sich eine Videostrategie zu überlegen.